Plattfuß, Sichelfuß: Wann sollten Kinder zum Orthopäden?

 

Orthopädie-Kolumne Dezember 2017
von Dr. med. Andreas Helfenstein, Orthopäde in Essen

 

Die gute Nachricht vorweg: Die allermeisten Kinderfüße sind bei Geburt gesund. Eine erste Untersuchung erfolgt regelhaft durch den Kinderarzt kurz nach Geburt und stärkere Auffälligkeiten können sofort behandelt werden. Kommen Kinder mit leichten Fehlstellungen zur Welt, sind diese meist harmlos und bilden sich in den ersten Lebensjahren von alleine zurück. Ganz wichtig für die Kleinen: viel Barfußlaufen und nie zu kleine Schuhe tragen.

Zu den häufigeren angeborenen Fehlstellungen gehört der Sichelfuß. Er taucht bei Kindern oft an beiden Füßen auf. Kennzeichen ist die sichelförmige Biegung der Innenseite des vorderen Fußabschnittes ab dem großen Zeh. In ausgeprägten Fällen kann man in den ersten Lebenswochen mit Hilfe von Gipsverbänden die Fußstellung korrigieren. Meist reichen aber gezielte Übungen durch Mithilfe der Eltern aus, um eine dauerhafte Besserung erzielen. In unserer orthopädischen Praxis in Essen Stadtwald und Kettwig beraten wir Sie dazu gerne.

Häufig wird ein Sichelfuß verwechselt mit der Innendrehstellung der Hüften. Dann stehen die gesamten Beine nach innen gedreht, die Kniescheiben sind zueinander gewandt und die eigentlich geraden Füße zeigen zueinander. Die Kinder stolpern häufiger über die eigenen Füße und haben eine Rötung an den Kniescheiben. Dies ist keine Fußerkrankung, sollte aber einem Orthopäden vorgestellt werden.

Rat und konkrete Hilfe aus der Orthopädie-Praxis in Essen

Zu Beginn des aktiven Laufens knicken die Kleinkinder ihre Fersen nach außen und  belasten die Innenseite der Füße. Dies erinnert an den Knick-Senk-Plattfuß des Erwachsenen, ist aber in dem Alter noch normal. Das Fußgewölbe ist noch nicht vollständig entwickelt und bildet sich erst in einem aktivitätsabhängigen Reifungsprozess aus. Einlagen oder Krankengymnastik sind nicht nötig. Nur in seltenen Fällen gibt es zum Beispiel Verwachsungen der kleinen Fußwurzelknochen. Dann würde sich der Kinderfuß im Zehenstand nicht aufrichten – das bedeutet, trotz Zehenstands in der Plattfußform verbleiben und sich mit der Ferse nicht nach innen drehen. Dann sollte ein erfahrener Orthopäde zu Rate gezogen werden.

Wichtig ist in jedem Fall das frühe Erkennen einer Fehlstellung. Nur dann kann man Verschlechterungen vorbeugen, die sonst zu Haltungsproblemen oder Bewegungseinschränkungen führen können. Bei Auffälligkeiten der Fußform oder der Abrollbewegung – und natürlich im Falle von Beschwerden: Machen Sie gerne einen Termin in unserer orthopädischen Praxis in Essen aus.

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