Gelenkschmerzen in der kalten Jahreszeit

Orthopädie-Kolumne Oktober 2017
von Dr. med. Andreas Helfenstein, Orthopäde in Essen

Gelenkschmerzen im Winter vorbeugen

Nass und kalt, das kennzeichnet die Wetterlage am Ende des Jahres. Während das die meisten einfach nur ungemütlich finden, gibt es viele unter uns, für die das Wetter besonders schlimm ist und die verstärkt unter Gelenkschmerzen leiden.

Die Ursachen dafür sind vielfältig. Weil vor allem Patienten mit Arthrosen und Rheuma eine Verschlechterung erfahren, vermutet man einen Zusammenhang zwischen verlangsamtem Stoffwechsel durch die Kälte und der damit generell schlechteren Durchblutung. Verspannungen nehmen zu – und die Bewegungsfreude parallel ab. Die Symptome können sich damit schnell verschlimmern. Nicht zuletzt: Das kalte und ungemütliche Wetter führt bei vielen Menschen zu einer antriebslosen Stimmung. Sporttermine werden weniger häufig wahrgenommen, die Bewegung draußen findet seltener statt. Das alles trägt dazu bei, dass auch Schmerzen bewusster und stärker wahrgenommen werden.

Wer bereits unter verschlissenen Gelenken leidet, kennt den Zusammenhang zwischen Kälte und Beschwerden: Kälte verringert den Flüssigkeitsanteil sowie die Funktion von Gelenkflüssigkeiten. Damit sind viele Gelenke schlicht schlechter geschmiert als im Sommer – und der Reibungsschmerz nimmt zu.

Aber auch für Patienten mit entzündlichen rheumatischen Erkrankungen gilt: Kälte hilft nicht immer. Vor allem nicht dann, wenn sie durch eine hohe Luftfeuchtigkeit gekennzeichnet ist.

Was hilft gegen Gelenkschmerzen?

Bewegung und Sport helfen, die Gelenke besser zu durchbluten. Auch wenn das Wetter nicht ideal und die Motivation gering ist: Wer jetzt regelmäßig für körperliche Aktivitäten sorgen kann, kommt entspannter durch den Winter.

Ob akute oder chronische Beschwerden: Auch Saunabesuche sind jetzt geeignet, sich gegen die Kälte zu wappnen und wirken anti-entzündlich. Der Wechsel zwischen kalt und warm aktiviert zusätzlich schmerzlindernde Stoffe und entkrampft verspannte Muskeln.

Außerdem sollten Menschen mit der Neigung zu Gelenkschmerzen auf ihre Vitamin-D-Versorgung achten. Unser Körper gewinnt dieses lebensnotwichtige Vitamin zumeist durch das Sonnenlicht. Doch wer wenig Zeit hat, die Sonne zu suchen – oder wenn sie eben nicht scheint – sind körperliche Reaktionen wie Verspannungen und Gelenkschmerzen die Folge. Zusatzpräparate mit Vitamin D können hier helfen. Unsere orthopädische Praxis in Essen berät Sie dazu gerne.