Knieendoprothetik

22. September 2016

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Wenn die Funktionalität des eigenen Kniegelenks dauerhaft so gestört ist, dass konservative und gelenkerhaltende Maßnahmen nicht mehr helfen, ist ein künstliches Kniegelenk notwendig. Häufigste Ursache einer solchen Kniegelenkserkrankung ist der Verschleiß des Gelenkknorpels durch Arthrose. Dieser Verschleiß wird häufig durch eine Fehlstellung der Beinachsen (X- oder O-Bein) hervorgerufen. Ursache können auch rheumatische und stoffwechselbedingte Erkrankungen oder Verletzungsfolgen sein.

Die Folge sind zunehmende Bewegungseinschränkungen und Verformungen des Kniegelenks. Zu Beginn der Erkrankung kommt es oft zu Belastungs- und Anlaufschmerzen; im späteren Verlauf dann auch zu Ruhe- und Nachtschmerzen mit einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität.

Ziel der Operation ist es, wieder ein schmerzfreies, stabiles und gut bewegliches Gelenk herzustellen. So kann auch die natürliche Beinachse wiederhergestellt werden. Präoperativ bestimmen wir anhand der Röntgenbilder und mit Hilfe digitaler Planungsmodule die Art und Größe der Prothese. Je nach Maß der Erkrankung sowie entsprechend der individuellen anatomischen Gegebenheiten (Knochendefekte, Bandinsuffizienz) kommen dann unterschiedliche Prothesenmodelle zum Einsatz.

Die Knieprothesen im Überblick

Unikompartimentelle Prothesen (unicondylärer Schlitten): Wenn nur ein Teil des Gelenks erkrankt ist, kann über einen minimalinvasiven Zugang eine einseitige Prothese implantiert werden. Voraussetzung ist jedoch, dass die anderen Abschnitte allenfalls geringe Knorpelveränderungen aufweisen sowie die Kniebänder intakt sind.

Doppelseitige Prothesen (bicondylärer Oberflächenersatz): Bei Zerstörung der inneren und äußeren Gelenkanteile werden unter weitgehendem Erhalt der körpereigenen Bänder die verschlissenen Gelenkanteile ersetzt. Da die Oberschenkel- und Unterschenkelkomponente nicht miteinander mechanisch verbunden ist, müssen die körpereigenen Kniebänder die Stabilität des Kniegelenkes gewährleisten. Je nach Schädigung der Kniebänder können jedoch mittels zapfenartiger Verbindungen beider Prothesenteile Bandschwächen ausgeglichen werden.

Achsgeführte Knieprothese: Wenn die Bänderführung nicht wiederhergestellt werden kann, sind gekoppelte Knieprothesen erforderlich. Hierbei wird das Gelenk durch eine starre Verbindung zwischen beiden Prothesenkomponenten stabilisiert.

Weltweiter Gold-Standard bei der Fixation der Implantate ist die Zementierung im Knochen. Als Gleitpartner zwischen den ersetzten Oberflächen wird ein Polyethylen-Inlay eingebracht. Je nach Prothesentyp kann das auf der Grundplatte fixiert sein oder lässt auch Gleit- und Rotationsbewegungen zu. Bei jeder Kniegelenksimplantation kommt – je nach Prothesentyp – die computergestützte Navigation zur Anwendung. Der Vorteil: Diese Navigation kommt während der OP ohne zusätzliche Röntgen- oder CT-Diagnostik (und damit Strahlenbelastung) aus. Zudem lassen sich so die Prothesen besser ausrichten und die optimale Beinachse kann wiederhergestellt werden.

Sportliche Aktivitäten mit Knieprothese

Nach der Operation beginnen die meisten Patienten rasch mit krankengymnastischen Übungen. Auch die Bewegungstherapie durch Anwendung einer Motorschiene, mit der ihr neues Gelenk passiv bewegt wird, kommt zum Einsatz. Ein individuell abgestimmtes Programm unterstützt den Muskelaufbau und das Muskeltraining. Nach dem stationären Aufenthalt können Sie bei Bedarf eine ambulante oder stationäre Anschlussheilbehandlung bekommen.

Genau wie bei den Hüftendoprothesen ist auch nach dem Einsetzen von Kniegelenksprothesen Sport möglich. Schwimmen, Radfahren, Langlauf, Nordic Walking, Golf, Segeln und Gymnastik sind gut möglich und empfehlenswert. Sportarten wie Tennis oder Kegeln sollten eher vermieden werden und so genannte „High-impact“-Sportarten oder Kontaktsportarten wie Handball oder Squash sind nicht empfehlenswert.

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