Sport machen mit Prothese?

Dr. von Ohlen ist Orthopäde in Essen

Orthopädie-Kolumne Januar 2019
von Dr. med. Jesco von Ohlen, Orthopäde in Essen

Verschleiß von Knorpeln, Arthrose, Fehlstellungen: Wenn solche Ursachen samt Schmerzen das Leben permanent erschweren und Bewegung keine Freude mehr macht, sind Prothesen ein sinnvoller Weg, geschädigte Gelenke zu ersetzen. Selbstverständlich sollten vor diesem Schritt alle Möglichkeiten der konservativen und gelenkerhaltenden Therapien ausgeschöpft sein.
Die Möglichkeiten im Bereich der Knie- und Hüftendoprothetik haben sich dabei in den vergangenen Jahrzehnten erweitert – zugunsten der Lebensqualität von Patienten. Endoprothesen, also Implantate, die dauerhaft im Körper bleiben und ein geschädigtes Gelenk ganz oder teilweise ersetzen, sind haltbarer und komplikationsloser geworden.

Vorsicht bei Kontaktsportarten
Besonders Patienten, die bereits vor dem Eingriff sportlich aktiv waren, möchten wissen, ob mit einer Prothese Sport weiter möglich ist. Das ist meist mit einem klaren Ja zu beantworten. Zwar ist mehr Vorsicht geboten, gerade bei Mannschaftssportarten und Sportarten, die einseitige Belastungen provozieren wie Tennis oder Squash. Je nach Prothesenart und Verlauf der Operation kann es jedoch sehr sinnvoll sein, nach dem Heilungsprozess mit sportlicher Aktivität zu beginnen. Denn Bewegung führt zu einer besseren Durchblutung und einer verbesserten muskulären Führung des Gelenks. Sanfte Sportarten wie Nordic Walking, Schwimmen (mit Kraulbeinschlag) oder Fahrradfahren sind besonders empfehlenswert. Sport kann die Stabilität und Haltbarkeit des operierten Gelenks samt Prothese erhöhen.

Sport kann das Verletzungsrisiko senken
Für ältere Menschen, die sich an eine veränderte Beweglichkeit und das Leben mit der Prothese gewöhnen müssen, besteht ohne körperliche Aktivität ein oft höheres Risiko für Stürze oder Knochenbrüche. Regelmäßiger Sport kann hier das Risiko für Verletzungen deutlich senken und zu mehr Lebensqualität beitragen.
Bereits in den ersten Tagen nach der Operation erfolgt unter krankengymnastischer Hilfe die Mobilisierung und Anleitung, das neue Gelenk richtig zu benutzen. An den Aufenthalt im Krankenhaus schließen sich in der Regel, den Wiederaufbau begleitende Reha-Maßnahmen an, die ambulant oder stationär erfolgen können.

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